125. Tagung der Eidg. Turnveteranen-Vereinigung (ETVV)

 

Endlich war es wieder soweit.

 

Am 4. September 2022 kamen nach zweijährigem Corona-Unterbruch über 600 ältere Turner*innen aus der ganzen Schweiz sowie Gäste aus Politik und Sport in den Loppersaal nach Hergiswil am Vierwaldstättersee. 

 

Der 99-jährige Meinrad Müller aus Kappel SO durfte sich als ältester Teilnehmer gebührend feiern lassen. Fribourg ist am 15. Oktober 2023 der Austragungsort.

 

 

 

Rückblick und Bericht von OK-Präsident, Hansjörg Kaufmann

 

Wie kommen die Luzerner Stadtturner nach Hergiswil NW?

 

Am 13. Oktober 2018 an der 123. ETVV-Tagung im Foyer des Congress Center in Basel bei einem Schlummerbier meinten Leo Brügger, Ferdi Moos und Werni Niederberger "Das können wir auch! - Wenn einer von euch für mich Obmann unserer Gruppe macht, bin ich dabei!" war meine Antwort. 2019 hat Werni mich als Obmann abgelöst und wir haben uns für die 126. ETVV-Tagung 2021 im Schweizerischen Paraplegiker Zentrum (SPZ) in Nottwil beworben.

 

Mit der Corona-Pandemie kam alles anders. Die Thuner-Organisatoren verschoben die 125. Tagung um ein Jahr und sagten dann 2021 endgültig ab. So kamen wir als Gründer-Gruppe mit zwei Jahren Verspätung zur 125. Jubiläumstagung. Die neuen Vertragsbedingungen der SPZ-Hotellerie mit einer Kostenpflicht ab 180 Tagen vor dem Anlass öffnete uns den Weg nach Hergiswil NW. Mit dem ehemaligen Erstfelder-Turnfreund Remo Zberg, Gemeindepräsident von Hergiswil NW, als Botschafter der Tagung hatten wir die wichtigen Verbindungen zur Gemeinde und der Nidwaldner-Politik. Remo hatte diesen Anlass mit Urs Fankhauser und andern Nidwaldnern schon 1997 für Edi Engelberger mit organisiert.

 

Der 4. September 2022

 

Meist im Regen gestartet konnten wir die Festgemeinde mit Sonnenschein zu diesem gesellschaftlichen Anlass im Loppersaal herzlich begrüssen.

 

Auftakt, Musik, Turnerlied, Ehrendamen, Fahnen, Blumen

 

Immer wieder fasziniert dieses Ambiente und auch im Loppersaal schlugen die Turnerherzen höher, es herrschte eine wunderbare Stimmung. Nach dem Coronabedingten Unterbruch hatten sich die Veteranen gar vieles zu sagen - Freudiges und Trauriges. Nach dem musikalischen Einstimmen mit den „Rümligbuebe“, wurde die Turnerhymne gesungen „Was ziehet so munter das Tal entlang“. Zentralpräsident Kurt Egloff hiess die Veteranen und Gäste herzlich willkommen und dankte dem OK für die Gastfreundschaft und die geleistete Arbeit.

 

 

 

Diese Tagung ist ein Manifest von Kameradschaft, Verbundenheit, Ehrungen und Traditionen im Sinne und Würdigung der ideellen Werte im Turnwesen. Jeder Teilnehmer spürt die grosse Bedeutung und gegenseitigen Anerkennung des Jahrzehntelangen Einsatzes für diesen Sport. Es werden keine Traktanden für Abstimmungen und Wahlen vorgelegt. Dafür war die Delegiertenversammlung (DV) vom 12. August 2022 in Basel zuständig. Die nächste ist am 24./25. August 2023 in Lugano. Der Zentralpräsident, Kurt Egloff hat über wichtige Angelegenheiten informiert, dass: die Mitgliederzahlen zurück gehen, die Finanzen im Lot sind und die Rücktritte im Zentralvorstand kompensiert wurden, die Anpassungen in den Reglementen auf guten Weg sind, dass auf die DV 2023 drei Mitglieder im ZV zurück treten und bis jetzt keine Nachfolge-Nominationen vorliegen und jetzt die Gruppen gefordert sind.

 

 

 

Zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Sport sind der Einladung gefolgt und haben der Veteranenvereinigung Anerkennung und Interesse erwiesen. So der Nidwaldner Landammann Joe Christen, der Nidwaldner Landrat Remo Z’berg, der Hergiswiler Gemeindepräsident Daniel Rogenmoser, alt Nationalrat Edi Engelberger und Martin Hebeisen, Mitglied des Zentralvorstandes des Schweizerischen Turnverbandes, die Präsidentin der Turnverbandes LU OW NW, Evi Hurschler und der Präsident des Stadtturnverein Luzern, Michael Küchler.  Feierliche Ehrungen in Trauer und Freude und die Insignienübergabe. Seit der letzten Tagung Olten 2019 sind 369 Turnkameraden verstorben, darunter auch sieben Kameraden unserer Gruppe: Bannwart Walter, Bruggmann Karl, Dittrich Carlo, Emmenegger Franz, Glur Bruno, Stalder Kurt und Urich Martin. In einer würdigen Zeremonie wurden die Verstorbenen in Ehre und Erinnerung behalten. Die Älteren kommen jeweils in den Genuss der besonderen Ehrung.  Bei den über-90 war mit Jahrgang 1932 Engler Louis vom STL dabei. Die Nidwaldner-Trachten-Ehrendamen drückten das Durschnitts-Alter erfrischend nach unten und gaben den betagten Herren besondere Aufmerksamkeit.  

 

In besonders ehrenhaften Form, werden in alter Tradition die Insignien von Tagungsort zu Tagungsort mit Musik und Fahnen übergeben. Olten hat die Pflichten erfüllt, wir Luzerner Stadtturner haben die Symbole zum Behüten übernommen. Das Banner (Heimat/Zusammengehörigkeit), der Säbel (Wehrbereitschaft), die Satzungen (Grundgesetz der Vereinigung), das Herdenbuch (Namen der Turnfreunde), der Becher (Freundschaft und Geselligkeit), die Glocke (Mahnerin für Ruhe und Ordnung). Ich denke, jeder findet in diesen Symbolen in unserer freien Gesellschaft  eine Bedeutung die für ihn stimmt.  

 

Motivierende Grussbotschaften mit Dank und Anerkennung bereicherten den Tagungsablauf zur Freude der Veteranenschar. Die drei Persönlichkeiten würdigten den ehrenamtlichen Einsatz der Turner für eine gute und wertvolle Sache. Es geht nicht nur um die sportlichen Leistungen, um Podestplätze und Rekorde. Die Kameradschaft, die Verbundenheit und sozialen Aspekten haben in unserem Alter einen hohen Stellenwert. Diese Grundelemente pflegen und leben wir. 

 

Gemeindepräsident Daniel Rogenmoser hob neben den Steuervorzügen die Qualitäten von Hergiswil NW hervor, vielfältiges Vereinsleben, Unterstützung der Jugendförderung, Einladung zum Besuch der Region. Der Nidwaldner Landammann Joe Christen definierte das heute ist das Alter 80 das neue 60 aus unserer Jugend war. Um fit zu bleiben ist Turnen eine ausgezeichnete Möglichkeit. Oder wandern in der prächtigen Nidwaldner Berglandschaft. Am Bürgenstock, wo schon die Prominenz wie James Bond, Audrey Hepburn und Sofia Loren lebten und unterwegs waren. Turnveteranen wissen es, dass es uns besser geht mit regelmässiger Bewegung. STV ZV-Mitglied Martin Hebeisen erklärt, dass der STV sich nach zwei turbulenten Jahren in einer totalen Umstrukturierung befindet und die Chancen für die Aufarbeitung der Vergangenheit dazu nutzt. "Wir möchten der grösste Sportanbieter der Schweiz sein. Die Ehrenamtlichkeit bleibt das Fundament. Die 2888 Turnvereine leisten ein jährliches Volumen von rd. 619 Mio. Stunden, was gut 34 Mia. Franken entspricht“. Kurt Egloff dankte in seinem Schlusswort dem OK-Präsidenten Hansjörg Kaufmann nochmals für die Übernahme des Anlasses. Der obligate Kantus „Le vieux chalet“ war dann das Finale. Bei Sonnenschein dislozierten die Veteranen zum Apéro auf die Grossmatt-Terrasse und anschliessend wurde wieder im Loppersaal das beste Bankett-Essen "ever" serviert. In den Zwischenpausen erfolgten die Show-Auftritte der Geräteturnerinnen des STV Luzern und dem Alphornquartett "Fründe vom Pilatus". Die von den Trachten-Damen angebotenen Tombolalose waren im Nu weg und damit auch die attraktiven Preise von Twerenbold-Reisen.  Nach 16 Uhr verliessen die Gruppen sichtlich zufriedenen den Ort am Pilatus und am Verwaldstättersee. 

 

 

 

 

 

Herzlichen Dank der Turnveteranen des Stadtturnverein Luzern

 

an das OK:

 

Niederberger Werner, Wegmüller Verena, Meier Werner, Moos Ferdi, Ulrich Helga, Vifian Eugen, Odermatt Josef und Wyss Theo, Haefeli Hans Peter, Rab Simone und Flury Erwin

 

Allen danke ich herzlich für den enormen Einsatz für unsere Tagung. Schon beim Verabschieden habe ich sehr viele Komplimente für die perfekte Durchführung erhalten.  

 

Diese Gratulationen gebe ich damit auch jedem einzelnen von Euch gerne weiter. 

 

Aus meiner Sicht hat jede und jeder an seiner Stelle das Beste gegeben.  

 

Kleine Mängel kann jeder in seinem Bereich erkennen, diese sind ohne Bedeutung in der Menge der 99,9 Prozent gut und perfekt geleiteten Arbeit.  

 

Wohl das wohl peinlichste Missgeschick ist mir passiert, als ich bei der Insignien Übergabe den falschen Text dabeihatte. Einige Teilnehmer lobten mich für diese wohl geplante Einlage frei zu Reden. 

 

Matschentscheidend war aus meiner Sicht, ganz klar das Essen. Sehr viele sind zu mir gekommen mit dem Kompliment, dass es noch an keiner Tagung ein Essen in dieser Qualität gegeben habe. Dafür danke ich Hans-Peter und Simone für die Organisation und perfekte Umsetzung herzlich. 

 

Geglänzt haben auch die Nidwaldner-Trachten, insbesondere unsere Stadtturner-Ehrenherren mit der perfekten zweisprachigen Moderation von Melchior am Bankett. 

 

Allen danke ich nochmals herzlich für den Einsatz bis ganz am Schluss nach dem Fest. Werni und Ferdi haben noch am Montag den Rückschub des letzten Materials umgesetzt. Ihnen beiden danke ich bestens für den Riesenjob, den sie gemacht haben.     

 

Ja, sie hatten ja auch vor 4 Jahren die Idee, diesen Anlass zu übernehmen.  

 

Ich denke, zum Glück weiss man vorab jeweils nicht, was alles damit verbunden ist. 

 

Der ehemalige Langstreckler des STL, Franz Hess hat sich spontan angeboten der Luzerner Online-Zeitung und der Nidwaldner Zeitung einen Fotobricht zu schreiben. Vielen Dank Franz nach Wolfenschiessen.

 

Nicht vergessen möchte ich Jöel Güggi, für seine Offenheit und Hilfsbereitschaft im und um den Loppersaal und damit der Gemeinde Hergiswil für die perfekten Anlagen.