Pilatus Flugzeugwerke AG, Stans - 22. Oktober 2018

Bereits nach der Ausschreibung für diesen Tag war schnell ersichtlich, dass das Thema auf grosses Interesse stösst.

 

So reisten 24 Ehrenmitglieder – die einen mit Bahn und Postauto, die andern mit dem Auto – nach Stans Flugzeugwerke. Um 13.45 wurden wir von Peter Feierabend und Jo Hodel sehr sympathisch begrüsst. Sie erklärten uns kurz das Programm dieses Nachmittages.

 

Zuerst wurden wir zu einer Filmvorführung eingeladen. So erhielten wir einen Überblick zum Geschäftsfeld und zu den Pilatus Flugzeugwerken. Die Gründung war 1939, heute besteht ein weltweites Verkaufsnetz. In Stans wird entwickelt, gebaut und weltweit verkauft. 6% vom Umsatz wird in der Schweiz generiert, der Rest weltweit. Beschäftigt sind aktuell 2100 Mitarbeiter, davon 90% aus der Zentralschweiz. Pilatus ist der grösste Arbeitgeber in der Zentralschweiz. 2017 wurden 115 Flugzeuge ausgeliefert, auch in diesem Jahr wird es etwa gleich aussehen. Interessant war zu erfahren dass das grosse Unternehmen nicht börsenkotiert ist. Wir erfahren, dass der PC-12 das meistverkaufte einmotorige Turbopropflugzeug ist, bis jetzt 3695. Die Flugzeuge werden in Stans entwickelt, hergestellt, weltweit verkauft und während der ganzen Lebensdauer gewartet. Die Wartung ist denn auch ein wichtiges Standbein für den Betrieb. Die neuste Entwicklung ist der PC-24 – der weltweit erste Businessjet, der auf kurzen Naturpisten operieren kann. Im 2017 war die Zertifizierung des PC-24 durch die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) und die Federal Aviation Administration (FAA), da hat das Unternehmen Aviatik- und Schweizer Industriegeschichte geschrieben!

 

Nach rund 30 Minuten wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt. Wir erhielten Einblick in die verschiedenen Bereiche der Herstellung bis zum Zusammenbau der Einzelteile zum fertigen Jet. Für unsere Technikfreaks war es spannend, die verschiedenen Fertigungsstufen im Detail zu sehen. Unsere Fragen wurden jeweils sehr professionell beantwortet. Es ist unglaublich, was da getüftelt und experimentiert werden muss, damit das Endprodukt allen Ansprüchen genügt. Für die Schreibende war der technische Teil sehr anspruchsvoll. Die beiden neuen Montagehallen 24 und 25 faszinierten alle. Die Hallen sind aus einheimischem Holz gestaltet, in Halle 25 sind Krananlagen montiert damit die Flugzeuge angehoben werden können. Das Dach dieser Halle ist mit knapp 6000 Quadratmetern Solarpanels ausgestattet und wurde in diesen Tagen mit dem Schweizer Solarpreis ausgezeichnet. Hier sahen wir den neuen Bundesratsjet PC-24. Das Ziel ist, diesen noch im 2018 auszuliefern. Ich denke darüber werden wir, wenn es soweit ist, in der Presse lesen.

 

Das Leben der Testpiloten steht an erster Stelle, das konnten wir vor Ort sehen. Sie fliegen ja ein Flugzeug, das noch nicht zertifiziert ist und sich vielleicht nicht ganz so bewegt, wie es errechnet wurde. Im allerschlimmsten Fall gilt deshalb immer noch: das Flugzeug verlassen und versuchen, sich selbst zu retten. Zu diesem Zweck wurde beim PC-24 für die Hochrisikoversuche die Einstiegstür mit einer Plexiglastür ersetzt, die mit einer Sprengschnur rausgesprengt werden könnte. Der Pilot würde gleichzeitig nach hinten gezogen, sodass er sich durch die dann offene Tür hinausfallen lassen könnte – um dann mit Hilfe des Fallschirms sicher wieder den Boden zu erreichen. In der Halle sahen wir auch die roten PC-21, ausgestattet mit Schleudersitzen, von denen die Australian Airforce 49 Flieger bestellt hat. Ebenso waren da PC-12, die an den Royal Flying Doctor Service of Australia (RFDS Central Operations) geliefert werden.

 

Nach 2 ½ Stunden zu Fuss haben wir einen interessanten Einblick in die Tätigkeit der Pilatus Flugzeugwerke Stans erhalten. Unser älteste Teilnehmer Louis hat den ganzen Rundgang, treppauf und treppab und von Halle zu Halle, mühelos gemeistert, bravo! Mit einem ganz herzlichen Dank an unsere beiden Führer Peter Feierabend und Jo Hodel verabschiedeten wir uns. Zu Fuss machten wir uns auf zum Restaurant Allmendhüsli, Dort wartete ein Imbiss samt Getränke auf uns, ein Teil dieser Kosten wurde aus der Kasse übernommen. In gemütlicher Runde konnte über die neu gewonnenen Eindrücke diskutiert werden.

 

22.10.2018/ Rita Li.